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Seligsprechung - Feier 2006
Dom zu Speyer, Westseite mit Pilger
Dom zu Speyer, Westseite mit Pilger

Domnapf wird am 22. Oktober mit Wein gefüllt

"Zu des Volkes Lust und Fröhlichkeit"

Seine historische Aufgabe als Grenzstein zwischen den Hoheitsgebieten von Bischof und Stadt hat der steinerne Napf vor dem Speyerer Dom zwar längst verloren. Doch ein beliebter Brauch aus dem Mittelalter ist erhalten geblieben: Bei besonderen kirchlichen Ereignissen wird der Domnapf noch immer "zu des Volkes Lust und Fröhlichkeit" mit einem "guten Fuder weißen oder roten Weines" gefüllt. Am 22. Oktober ist es wieder einmal so weit: Aus Anlass der Seligsprechung von Pfarrer Paul Josef Nardini, dem Ordensgründer und Sozialapostel aus Pirmasens, stehen 1000 Liter Wein für durstige Kehlen bereit.

Nach dem Seligsprechungs-Gottesdienst - gegen 16.30 Uhr - werden Mitglieder des Speyerer Verkehrsvereins in historischen Kostümen den Nardini-Wein 2006 ausschenken. Es handelt sich um einen "Riesling Classic" aus der Lage "Neustadter Pfaffengrund", den das Geinsheimer Weingut Eberley liefert. Gefüllt wird der edle Tropfen über acht Zapfhähne in eigens produzierte Viertelliter-Gläser mit dem Logo des neuen Seligen, die zum Preis von drei Euro ab 15.30 Uhr erworben werden können. Der Wein selbst ist - ebenso wie Mineralwasser - kostenlos.

Bewegte Geschichte
Seit wann der Domnapf vor der Speyerer Kathedrale steht, ist nicht genau bekannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die steinerne Schüssel 1314. In seiner jetzigen Gestalt stammt er allerdings aus dem Jahr 1490. Der Domnapf spielte nicht nur als Grenze zwischen bischöflichem und städtischem Machtbereich eine wichtige Rolle, sondern hatte auch für den Strafvollzug große Bedeutung. Wer gegen die Gesetze der Stadt verstoßen hatte und sich zum Domnapf flüchten konnte, durfte nicht mehr verfolgt werden.

1794 wurde der Domnapf ein Opfer der Französischen Revolution: Er wurde von seiner angestammten Stelle entfernt, um einem Freiheitsbaum Platz zu machen. Um 1822 kehrte er wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit zurück und erhielt südlich vom Dom einen neuen Standort. Die folgenden Jahrzehnte brachten für den Napf ein unruhiges Hin und Her. 1853 versetzte man ihn wieder an seine ursprünglichen Stelle, jedoch nur für kurze Zeit, dann kam er in die Domanlagen. 1871 stand er erneut an seinem historischen Platz, doch sechs Jahre später wanderte er in den Domgarten zurück. Im Zusammenhang mit der 900-Jahr-Feier der Grundsteinlegung des Domes im Jahr 1930 fand er wieder einen Platz vor der Kathedrale - wegen der Verkehrsverhältnisse wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem er schon im Mittelalter stand. Seit der Domplatz-Neugestaltung, die 1989 abgeschlossen wurde, ist der Domnapf wieder an seinem historisch ursprünglichen Standort zu bewundern.

Die Domnapf-Füllungen in den vergangenen 100 Jahren:
  • Am 25. Mai 1930 aus Anlass der 900-Jahr-Feier der Grundsteinlegung des Domes.
  • Am 3. September 1961 anlässlich der 900-Jahr-Feier der Dom-Weihe. (Die Füllung wurde wegen des großen Andrangs am 10. September wiederholt.)
  • Am 12. Oktober 1980 aus Anlass der 950-Jahr-Feier der Grundsteinlegung der Kathedrale.
  • Am 16. Oktober 1983 zur Bischofsweihe von Bischof Dr. Anton Schlembach.
  • Am 9. Mai 1987 aus Anlass des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Speyer.
  • Am 16. Juni 1990 zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Speyer.
  • Am 25. März 1995 anlässlich der Bischofsweihe von Weihbischof Otto Georgens.
  • Am 26. August 2000 aus Anlass des Heiligen Jahres 2000 Jahre nach der Geburt Jesu Christi.



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