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Seligsprechung - Feier 2006
Paul Josef Nardini
Paul Josef Nardini

Nardini als "Augenöffner" für die Kirche von heute

Feierlicher Gottesdienst zum 945. Jahrestag der Domweihe in Speyer

Als "Augenöffner" für die Kirche von heute hat Bischof Dr. Anton Schlembach den Pfälzer Pfarrer und Ordensgründer Paul Josef Nardini (1821-1862) bezeichnet, der am 22. Oktober im Speyerer Dom seliggesprochen wird. In Zeiten, in denen Kirchen in Deutschland geschlossen würden, verdeutliche Nardinis Vorbild insbesondere die Bedeutung des Gotteshauses und Gottesdienstes, sagte der Bischof am Sonntag im Dom im Pontifikalamt zum 945. Jahrestag der Weihe der romanischen Kathedrale. "Eine würdige Kirche verändert das religiöse, kulturelle und soziale Leben. Der Verkauf oder gar Abriss eines Gotteshauses ist in den meisten Fällen ein Zeichen für den Ausverkauf des Gottesglaubens", so Bischof Schlembach. Der Glaube an Gott sei jedoch auf Dauer "der einzig tragfähige Mutterboden für Solidarität, Gerechtigkeit und Humanität".

In seiner Predigt verwies der Bischof darauf, dass Nardini bei seinem Amtsantritt als Pfarrer von Pirmasens 1851 äußerst schwierige seelsorgliche und soziale Verhältnisse angetroffen habe. Der Geistliche habe jedoch nicht resigniert, sondern eine pastorale Strategie entwickelt und schließlich aus einer toten eine lebendige Pfarrei gemacht.

Nardinis Vorgehen sei, so der Bischof, hochaktuell. Sein Beispiel zeige den Zusammenhang von Gottesdienst, Gottesglaube und Nächstenliebe. So seien dem Pirmasenser Pfarrer die Ausstattung des Gotteshauses und die Feier des Gottesdienstes Herzensanliegen gewesen. Nardini habe etwa Messgewänder und ein Messbuch beschafft, einen Kirchenchor gegründet und die schadhafte Glocke ausbessern lassen. Unter seiner Leitung seien die kirchlichen Feste wieder in großem Rahmen gefeiert, neue Andachtsformen eingeführt und vor allem die Eucharistiefrömmigkeit gefördert worden. Nardini sei bewusst gewesen, dass es ohne einen schönen, erhebenden Gottesdienst keine lebendige Gemeinde gebe.

Zugleich habe der Sozialapostel den Caritasdienst als eine der Säulen des kirchlichen Lebens verstanden. Kranken und sterbenden Menschen habe seine Sorge ebenso gegolten wie den verwahrlosten Kindern im Zeitalter der Industrialisierung. Auf die herrschende Not habe der Pirmasenser Pfarrer mit der Gründung eines sozialen Schwesternordens reagiert, dem sich seitdem rund 8000 Frauen in Deutschland, Rumänien und Südafrika angeschlossen hätten. "Einen Seligen wie Paul Josef Nardini brauchen wir gerade heute", schloss der Bischof seine Ansprache.

Für die musikalische Gestaltung des festlichen Gottesdienstes sorgte unter der Leitung von Dekanatskantor Christian von Blohn (Saarpfalz) der Domchor mit der "Missa Secunda" von Hans Leo Hassler. Im Anschluss zeichnete Bischof Schlembach im Friedrich-Spee-Haus 22 Frauen und Männer für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Diözese Speyer mit der Pirminius-Plakette, der höchsten Auszeichnung des Bistums, aus.


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