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Seligsprechung - Feier 2006
Paul Josef Nardini
Paul Josef Nardini

Kostbarer Schrein birgt Reliquie des seligen Paul Josef Nardini

Zeichen für das Leben in der Herrlichkeit Gottes

Der eigentliche Ritus der Seligsprechung von Paul Josef Nardini am Sonntag im Speyerer Dom schließt entsprechend alter Tradition mit der Verehrung einer Reliquie des neuen Seligen. Nach der Verlesung des Seligsprechungsdekretes durch den Legaten des Papstes, Kardinal Friedrich Wetter, und der Enthüllung eines großen Nardini-Bildes in der Apsis des Domes wird der Reliquienschrein herbeigetragen und neben dem Altar aufgestellt. Anschließend wird Bischof Dr. Anton Schlembach den neuen Seligen zum ersten Mal offiziell im Gebet um Fürsprache bei Gott anrufen.

Der Reliquienschrein, der nach der Seligsprechung in der Reliquienkapelle des Domes Aufstellung findet, wurde von dem Würzburger Gold- und Silberschmied Michael Amberg geschaffen und von Bischof Schlembach gestiftet. Das wertvolle Behältnis aus patiniertem und teilweise vergoldetem Kupfer ermöglicht durch eine Panzerglasscheibe auf der Vorderseite den Blick auf die Reliquie, einen Oberschenkelknochen des Seligen. Die künstlerische Gestaltung soll verdeutlichen, dass der verstorbene Priester und Ordensgründer im Himmel, in der Herrlichkeit Gottes lebt. So ruht die Reliquie auf himmelblauer Seide, eingerahmt von Drahtblumen und Blütensternen aus Korallen, Perlen, Aquamarinen, Opalen, Lapis und Goldkugeln, die den Paradiesgarten symbolisieren. Auf einem Pergamentstreifen ist zu lesen: "Seliger Paul Josef, bitt für uns an Gottes Thron!"

Auch die äußere Gestaltung des Reliquiars bringt zum Ausdruck, dass dieser Mensch ins ewige Leben eingegangen ist: Je zwei Amethystkugeln und ein Bergkristall, die aus der Mitte der vier Seiten ragen und ein Kreuz bilden, verweisen auf die zwölf Grundsteine des himmlischen Jerusalems, wie es im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, geschildert wird. Die Rückseite zeigt das Lamm in einer Sonne, das in der Offenbarung Christus symbolisiert, der die himmlische Stadt erleuchtet. Von ihm gehen zwölf Feuerflammen aus und aus seiner Herzenswunde fließen Ströme lebendigen Wassers - Hinweise auf das Feuer des Heiligen Geistes, das auch in Nardini glühte, und die Sakramente der Kirche. Die Oberseite des Schreins zeigt in zwei Medaillons die Wappen von Papst Benedikt XVI. und Bischof Schlembach, auf den Seitenwänden sind ebenfalls in Medaillons der Speyerer Dom und die Klosterkirche von Mallersdorf dargestellt.

Die Vorderseite trägt an den Rändern die Aufschrift "Seliger Paul Josef Nardini - Pfarrer, Sozialapostel, Ordensgründer" mit dem Geburts- und Todesjahr. Auf dem Sockel ist zu lesen: "Seligsprechung im Dom zu Speyer am 22. Oktober 2006". Der ganze Schrein mit seinen 80 Zentimetern Breite, 50 Höhe und 30 Tiefe ist mit einer goldenen Kordel und dem Wappen des Bischofs versiegelt.

Die Reliquienverehrung hat in der katholischen und orthodoxen Kirche eine uralte Tradition. Bereits in der Frühzeit des Christentums wurde den sterblichen Überresten von Heiligen Ehrfurcht und Verehrung erwiesen. Ursprünglich errichtete man über den Heiligengräbern Altäre von Kirchen. Später wurden die Reliquien in eigenen, meist kostbar gestalteten Schreinen, den Reliquiaren, aufbewahrt; in ihnen fanden die Heiligen gewissermaßen eine neue Ruhestätte. Die kostbaren Reliquiare weisen darauf hin, dass diese Heiligen bei Jesus Christus, dem sie konsequent und vorbildhaft nachfolgten, im ewigen Leben angekommen und dort Fürsprecher für die Gläubigen sind.


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